Lange versprochen, nun soll er auch endlich kommen, mein Bericht über die Scheidung.
Die Trennung von meinem Ex liegt nun 21 Monate zurück, und vor genau einem Jahr bin ich zum Anwalt gegangen um die Scheidung einzureichen. Nach langem hin- und her, sowas ist ja echt langwierig, kam dann auch endlich Mitte Februar der ersehnte Brief vom Amtsgericht, in dem als Termin für die Scheidung der 30.März 2011 genannt wurde. Ein Glück, ich hatte nämlich echt gehofft, dass ich dieses Kapitel meines Lebens noch im ersten Quartal 2011 abschliessen kann.
Am meisten geärgert hat mich in dem ganzen Scheidungsverfahren die Dauer, und dass der Richter einen Versorgungsausgleich machen ließ, der natürlich zu meinen Ungunsten ausgegangen ist. Ich sollte also später für meinen Ex noch von meiner Rente einige Euros abdrücken, als Ausgleich dazu, dass er im ersten Jahr unserer Ehe, die insgesamt nur zwei Jahre dauerte, noch in der Ausbildung war.
Auf Wunsch des Anwalts haben wir einen Tag vor der Scheidung noch einmal einen gemeinsamen Termin beim Anwalt gemacht um alles Nötige zu besprechen, unter Anderem auch die Scheidungsfolgevereinbarung, in der wir festlegen wollten, dass er die Hälfte aller Kosten für Anwalt, Gerichtstermin etc. übernimmt. Vor diesem Termin hatte ich ein wenig Angst, denn ich wusste nicht was mich erwartet, zumal wir uns seit der Trennung nicht mehr gesehen haben und zwischenzeitlich zwar per Mail Kontakt hatten, da ging es aber immer um Klärung von Dingen, die mit der Scheidung zu tun hatten. Ich wusste also nicht wie die Stimmung ist, und hatte auch ein wenig Sorge, dass ich über den Versorgungsausgleich hinaus evtl. noch für ihn zahlen muss, da er zwischenzeitlich auch einige Monate arbeitslos war. Beim Anwalt angekommen saß er dann auch schon da, die Begrüßung war sehr verhalten und wir haben dann eben alles besprochen, was zu besprechen war. Im Gespräch stellte sich dann auch heraus, dass mein Ex auf alle Ansprüche verzichtet, sogar auf den Versorgungsausgleich. Ich glaube den Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, hat man in ganz Kiel gehört!! Ich finds fair von ihm, er hätte schließlich schon den Anspruch darauf, aber er sagt, er will nichts haben, und er übernimmt auch die Kosten der Scheidung zur Hälfte. Das hatte er zwar schon einmal vor einem Jahr gesagt, aber man weiß ja nie, was sich in der Zeit so ergibt, desegen hatte ich Angst, dass er sich das Ganze anders überlegt. Den Anwalt habe ich ja beauftragt, und rein vom Gesetz her hätte ich den dann auch zahlen müssen… Einen eigenen Anwalt braucht er nicht, da wir uns einig waren über die Trennung und die Gütertrennung, es ist alles schon lange geklärt, nur eben die Scheidung als solche fehlte noch.
Nach dem Termin beim Anwalt bin ich also zufrieden nach Hause gefahren, jetzt nur noch der eigentliche Scheidungstermin und eine große Baustelle in meinem Leben ist beendet.
Am letzten Mittwoch um 10:15h war es dann also soweit. Ich war um zehn schon im Amtsgericht, und mein Ex kam dann auch kurz darauf. Wir haben noch ein wenig Smalltalk gehalten, während wir auf den Anwalt und den Richter warteten. Beide kamen kurz darauf und wir sind dann in den Gerichtssaal gegangen und haben uns hingesetzt. Der Richter hat die Identitäten festgestellt und den Scheidungsantrag noch einmal vorgelesen. Anschließend fragte er uns noch einmal, ob wir beide die Scheidung wollen, und als wir das bejaht hatten ging es um die Klärung des Versorgungsausgleichs. Mein Ex erklärte den Verzicht darauf, was vom Richter mit einem Stirnrunzeln quittiert, aber natürlich angenommen wurde. Lustig übrigens, dass der Richter alles, was wir gesagt haben, noch einmal wiederholt und in ein Diktiergerät gesprochen hat, samt Satzzeichen. Zwischendurch spielte er uns das Aufgenommene noch einmal vor, um dann hinterher noch ein „vorgespielt und genehmigt“ aufzusprechen. Muss auch ein anstrengender Job für die Gerichtsschreiber sein, die ganzen Bänder aller Verhandlungen Tag für Tag anzuhören und abzutippen…… Wie dem auch sei, wir erklärten anschließens noch den beiderseitigen Verzicht auf jegliche Ansprüche in Zukunft und auf Rechtsmittel, und dann erklärte der Richter die Ehe für geschieden. Durch den Verzicht auf Rechtsmittel ist das Urteil auch sofort rechtskräftig, ohne die sonst übliche wartezeit von sechs Wochen. das heißt für mich, dass ich, wenn ich denn das Urteil mit der Post bekommen habe, gleich zum Standesamt gehen und mir meinen Mädchennamen zurückholen kann. Mache ich auch. darüber werde ich dann auch berichten, denn Amtsgänge sind ja mitunter auch ziemlich stressig bis nervig….
Fazit der Scheidung:
Gesamtkosten: ca. 2300€
Dauer des Verfahrens: 12 Monate
Dauer der Scheidung an sich: 10 Minuten
Bekloppt, diese Kosten. Für ein bisschen Papierkram und 10 Minuten Sitzen im Amtsgericht.
Trotzdem. Ich werde wieder heiraten. Es kann ja auch gut gehen.