Wenn man sich dieser Tage auf den Webseiten der Tageszeitungen umsieht ist überall ein Thema auf den Titelseiten: wo man auch hinsurft, überall ist von “Daisy” die Rede, man wird vor “Daisy” gewarnt, “Daisy” ist schuld, dass es keine Mützen und Schals mehr zu kaufen gibt, und “Daisy” ist es auch zu verdanken, dass das Streusalz alle ist und wir bald nur noch auf einer Spur der Autobahnen rasen reisen können ohne dabei mehr zu schlittern als alles andere.
MIt “Daisy” ist aber nun nicht jene putzige, mit großer Schleife geschmückte Dauerfreundin von Donald Duck gemeint, sondern ein herannahendes Sturmtief, welches laut Medien zu einem “Blizzard” heranreift und Deutschland hart treffen wird. Es werden Vergleiche gezogen zu jener Wetterlage vor 30 Jahren, welcher wir die Schneekatastrophe im Winter 1978/79 zu verdanken hatten. Ein Ereignis welches vor meiner Geburt stattfand, mir aber aus Erzählungen meiner Eltern bekannt ist.
Im Radio ist “Daisy” genauso Thema wie in den Nachrichtenmagazinen im Internet; es wird gewarnt aus dem Haus zu gehen, man solle sich Vorräte anlegen und wichtige Besorgungen lieber heute schon erledigen, bevor es morgen zu spät ist. Den Vogel schießt allerdings mal wieder mein Hass- Lieblingsblatt, die “Bild” ab, hier gibt es Ratschläge wie man sich auf “Daisy” vorbereitet, indem man sich zuhause wichtige Notrufnummern bereit legt (Arzt, Apotheke, Abschleppdienst) und diese auch im Handy abspeichert. Für den Fall eines Stromausfalls solle man sich Batterien, Streichhölzer, Kerzen und eine Taschenlampe bereitlegen, Lebensmittel soll man auf Vorrat kaufen; am besten solche, die nicht gekocht und gekühlt werden brauchen (wieso? draußen soll doch ein Schneesturm toben, dann leg ich meinen Käseaufschnitt halt raus, ist doch schließlich kalt genug..), und falls die Wasserleitungen einfrieren und platzen soll man sich am besten mit einigen Litern Mineralwasser eindecken. Nicht dass man in den Schneemengen, die wir zu erwarten haben noch umkommt. In der “Bild” liest sich das kommende Wochenende generell als Endzeitszenario, die Welt scheint an diesem Wochenende unterzugehen und wir werden alle sterben. Das alles unter der wunderbaren Überschrift “Angst vor Blizzard!”. Typische Bild-Panikmache. Am schlimmsten ist die Tatsache, dass es viel zu viele Menschen gibt die das ernst nehmen. Ich würde jetzt gerne mal im Supermarkt nachschauen ob schon die ersten Hamsterkäufe stattfinden und sich um die letzten Dosenravioli gestritten wird (fleißige Festivalgänger wissen natürlich, dass man Ravioli sehr wohl kalt essen kann).
Ich selbst bin mittlerweile ziemlich genervt von den ständigen Warnungen vor “Daisy”, denn ich glaube nicht daran, dass noch mal eine Schneekatastrophe heranrollt. Gut, es liegt seit fast einer Woche Schnee und es kommt immer noch Neuer hinzu -was sowieso schon zu Problemen im Straßenverkehr führt, aber das ist hier in Kiel ja normal, hier geht ab zwei Zentimetern Neuschnee schon nichts mehr. Kann ja auch sein dass am Wochenende noch mit weiteren Schneefällen zu rechnen ist, allerdings hat es ja in den letzten Jahren so selten im Winter wirklich geschneit, dass wir mit dieser Schneemenge, welche an und für sich im Winter normal ist, vollkommen überfordert sind. Für mich ist das alles Panikmache und hier wird aus normalem Winterwetter gleich ein lebensgefährlicher Blizzard gemacht, das geht mir wirklich zu weit. Vielleicht irre ich mich ja auch und es wird eine weitere Schneekatastrophe geben, so dass ich am Montag nicht zur Arbeit gehen muss darf weil die Witterungsverhältnisse es nicht zulassen. Wer weiß das schon? Heute Abend und Nacht soll es losgehen mit “Daisy”. Man darf gespannt sein wie es wirklich wird. Mal gut, ich habe noch einige Flaschen Wasser zuhause stehen. Falls die Leitungen einfrieren.